Projekt 19 - Gründerbüro für pastorale Innovationen

Ausgangspunkt
Eine Kirche, die sich derart schnell und deutlich verändert wie die im Bistum Essen, braucht immer wieder neue Ideen, wie sie die Menschen erreicht und ihnen die frohe christliche Botschaft vermittelt. Solche pastoralen Innovationen strukturiert zu fördern und unter hauptberuflichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie unter ehrenamtlich Engagierten einen echten Gründergeist zu wecken, war Aufgabe dieses Projektes.

Erfahrungen
Im Fokus der Projektgruppe stand zunächst, das Wissen über Innovationen und Gründungsprozesse, das vor allem aus der Wirtschaft stammt, zu sichten und auf „Seelsorge-Start-ups“ zu übertragen. Um dem Bistum zu ermöglichen, künftige Neuentwicklungen auf ihren Innovationsgehalt hinsichtlich des Zukunftsbildes zu bewerten, hat die Projektgruppe ein entsprechendes Kriteriensystem entwickelt.

Erste praktische Erfahrungen mit der Gründer-Theorie konnte die Projektgruppe unter anderem bei der Entwicklung des und der Arbeit mit dem „Da-Mobil“ sammeln: Ein zweckmäßig eingerichteter und bunt bedruckter Wohnwagen ist in der Bochumer Propstei St. Peter und Paul ein spannender Blickfang und ungezwungener Gesprächsanlass – überall dort, wo etwas los ist. Die Projektgruppe begleitete die Macher des „Da-Mobils“ von der Ideenfindung bis zu den ersten Einsätzen. Auch bei der „Da-Oase“ auf der „Extraschicht“, der Nacht der Industriekultur im Ruhrgebiet, kam der Wohnwagen zum Einsatz. Konkrete Erkenntnis der Projektgruppe nach dieser Aktion: Ein dezidiert nutzerorientierter Auftritt hilft, Menschen zu treffen, die ansonsten kaum mit Kirche in Kontakt kommen, und gibt zudem verschiedenen kirchlich Engagierten einen Raum, sich über Gemeindegrenzen hinweg zu vernetzen und für ein gemeinsames Projekt einzusetzen.

Für diese These sprechen auch erste Erfahrungen mit dem Verein „Der Verband e.V.“, dessen Gründungsprozess ebenfalls von der Projektgruppe begleitet wurde.

Vernetzen stand auch bei der „Komplizenkonferenz“ im Fokus, bei der die Projektgruppe innovativ arbeitende Haupt- und Ehrenamtliche einen Abend lang in Oberhausen zusammenführte und nach ihren Bedürfnissen und Interessen fragte, um ihre Arbeit zu unterstützen.

Ausblick
Wenn neue Ideen und deren Umsetzung in der Kirche gefördert werden sollen, brauchen die, die Ideen haben, Freiräume und Unterstützung. Wie das im Projekt entstandene Knowhow über die Beratung und Begleitung seelsorgerischer Gründungsprojekte in den Strukturen des Bistums verankert und fruchtbar gemacht werden kann, wird sich in Zukunft zeigen.

Materialhinweise

Zwei Fachbücher, die die Arbeit der Projektgruppe maßgeblich beeinflusst haben:

• Sobetzko, Florian/ Sellmann, Matthias, Gründerhandbuch für pastorale Startups und Innovationsprojekte. Würzburg 2017
• Rustler, Florian, Denkwerkzeuge der Kreativität und Innovation. Das kleine Handbuch der Innovationsmethoden. St. Gallen /Zürich 2017

Ansprechpartner für dieses Projekt:

Elisabeth Keilmann
Geistliche Beirätin der DJK, Pastoralreferentin in Liebfrauen in Bochum
elisabeth.keilmann-stadtler@bistum-essen.de

Florian Giersch
Pastoralreferent in St. Cyriakus in Bottrop
florian.giersch@bistum-essen.de