Projekt 10 - Initiative für den Verbleib in der Kirche

Ausgangspunkt

Nicht nur im Bistum Essen verlassen seit Langem Jahr für Jahr tausende Menschen die katholische Kirche. Bislang hat die Kirche kein Rezept gegen diesen Trend der Kirchenaustritte gefunden, sich aber auch kaum strukturiert darum gekümmert. Auftrag dieser Projektgruppe war deshalb, für ein besseres Verständnis dafür zu sorgen, weshalb Menschen aus der Kirche austreten – und warum andere Mitglied der Kirche bleiben, selbst wenn sie nur selten deren Angebote nutzen. Aus dem neu gewonnenen Verständnis sollten Strategien und konkrete Maßnahmen entwickelt werden, um künftig Kirchenaustritte möglichst zu verhindern.

Erfahrungen

Nach einem ersten Austausch über die bis dato gängigen Kirchenaustritts-Thesen („Kirchensteuer“, „Skandale“, „veraltete Sexualmoral“…) wurde der Projektgruppe rasch klar: Warum Menschen wirklich aus der Kirche austreten, ist unklar. Und so genau, wie es das Ruhrbistum wissen möchte,
hat es bislang noch niemand erforscht. Also beauftragte die Projektgruppe eine Studie, um diese Wissenslücke zu füllen.

Konkret entstand eine dreiteilige Arbeit:
• eine Metastudie zu bereits existierenden Untersuchungen rund um Fragen der Kirchenmitgliedschaft,
qualitative Interviews mit Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind und
• eine systematisch-theologische Betrachtung der Ergebnisse.

In die Studie sind auch die Ergebnisse eines Online-Fragebogens eingeflossen, an dem sich gut 3.000 Personen beteiligt haben.

Schon die Ankündigung der Studie hat zu einer enormen Medienresonanz geführt, ebenso die Veröffentlichungen erster Ergebnisse in 2017 und die Präsentation der Studie Anfang 2018. Auch der gute Besuch einer bundesweiten Fachtagung zu der Studie in der Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ zeugte vom großen Interesse. Hier geht's zu ausführlichen Informationen über die Studie.

Für die Projektgruppe war die Studie indes nur ein Zwischenschritt. Sie entwickelte aus den strategischen Empfehlungen der Wissenschaftler auf das Ruhrbistum abgestimmte Maßnahmenpakete.

Ausblick

Ein Nachfolge-Projekt unter der Leitung von Dr. Andrea Qualbrink hat das Ziel, die bundes- vor allem aber auch die bistumsweite Diskussion über die Kirchenaustritts-Studie zu begleiten. In Verbindung mit allen anderen Zukunftsbild-Projekten geht es um die Frage, wie eine Kirche aussehen kann, in der sich möglichst viele und möglichst verschiedene Menschen wohlfühlen - und deshalb letztlich das Thema Kirchenaustritte immer unrelevanter wird.

Kirchengemeinden, Verbände und ihre Gremien, die über dieses Thema mehr erfahren und daran arbeiten möchten, können über Dr. Andrea Qualbrink einen Referenten buchen, der zu entsprechenden Veranstaltungen ins Haus kommt.

Ansprechpartner für dieses Projekt

Thomas Rünker

Redakteur in der Stabsabteilung Kommunikation
Tel.: 0201-2204-465
thomas.ruenker@bistum-essen.de

Ansprechpartnerin für dieses Projekt

Dr. Andrea Qualbrink

Referentin für Personalentwicklung und Gesundheit
Tel.: 0201/2204-597
andrea.qualbrink@bistum-essen.de