Fragen & Antworten (FAQs) zum Zukunftsbildprozess im Bistum Essen.

Im Laufe des Dialogprozesses, der Anfang 2012 initiiert wurde, ist das „Zukunftsbild“ als eine Vision von Kirche gewachsen, die das Ruhrbistum in sieben Leitworten kennzeichnet: berührt, wach, vielfältig, lernend, gesendet, wirksam und nah. Dass dieses Zukunftsbild alle einbezieht, macht schon das Motto deutlich: „Du bewegst Kirche“. Es soll eine Orientierungshilfe für den zukünftigen Weg der Kirche im Bistum Essen sein und im Dialog weiterentwickelt werden.

Das „Zukunftsbild des Bistums Essen“ ist das Ergebnis eines umfassenden Dialogprozesses, zu dem der Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen und der Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, die Katholiken im Ruhrbistum eingeladen hatten. Anlass waren die Veränderungen und Umbrüche in der Kirche, die viele Menschen als eine Krise wahrgenommen haben. Diese lösten und lösen Sorgen, Ängste, Enttäuschungen, Verunsicherung, Unverständnis und Resignation aus. Im Zentrum der Dialogforen stand dabei die Frage, wie können wir unter völlig veränderten Bedingungen lebendige Kirche im Bistum Essen sein.

In sechs Bistumsforen, in zahlreichen Veranstaltungen des Diözesanrates der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen, der Katholikenräte, der Pfarreien, Gemeinden und Verbände sowie acht Dialog-Veranstaltungen in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ und weiteren Workshops und Zukunftswerkstätten wie auch Veranstaltungen der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung sowie der pastoralen Berufsgruppen haben über 8.000 Teilnehmende Antworten auf die Frage gesucht, wie die Kirche im Bistum Essen in Zukunft eine lebendige Kirche unter völlig veränderten Bedingungen sein kann. Eine Redaktionsgruppe hat die Ergebnisse unter Einbeziehung der Impulse von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer zum „Zukunftsbild für das Bistum Essen“ zusammengetragen. 

Das Zukunftsbild ist ein lebendiger Prozess, zu dem Christinnen und Christen auf allen Ebenen im Bistum Essen eingeladen sind. Dies kommt auch im Motto des Prozesses zum Ausdruck: „Zukunftsbild – Du bewegst Kirche“. Es fordert dazu auf, sich über die eigene Haltung zum und Verantwortung für den Glauben bewusst zu werden. Somit macht das Zukunftsbild Ernst mit der Taufwürde jeder und jedes Einzelnen und will das Gemeinsame Priestertum, so wie  es das Zweite Vatikanische Konzil ausformuliert hat (LG 10), und die damit verbundene Verantwortung stärken.  Taufe und Firmung befähigt jeden dazu, Jesu Botschaft und Jesu Wirken im Alltag konkret werden zu lassen.

Das Zukunftsbild soll im Dialog auf allen Ebenen im Bistum Essen konkretisiert werden. Es versteht sich als ein Lernprozess, der unsere weitere Bistumsentwicklung bestimmt.

Das Zukunftsbild ist keine Begründung für etwaige weitere notwendige Strukturveränderungen (Zusammenlegung von Pfarreien, Aufgabe von Kirchengebäuden usw.). Die Strukturen dienen allein dazu, die Wirksamkeit der Kirche im Bistum Essen zukunftsfähig zu machen. Das Zukunftsbild bietet die Chance, über den Grund und den Auftrag der Kirche zu sprechen.

Jede und jeder ist eingeladen, sich mit dem Zukunftsbild des Bistums Essen auseinanderzusetzen und sich in den Dialog einzubringen. Viele Pfarreien, Gemeinden, Verbände sowie Gruppen und Kreise machen darüber hinaus Angebote, die mit dem Zukunftsbild verbundenen Haltungen für sich im Alltag zu entdecken und mögliche Handlungsoptionen weiterzuentwickeln.

Erster Ansprechpartner für Fragen, Hilfen und Informationen ist das Projektbüro zum Zukunftsbild. Es befindet sich im Bischöflichen Generalvikariat, Zwölfling 16, 45127 Essen, Telefon: 0201 / 2204 – 576, Mail: zukunftsbild (at) bistum-essen.de, Ansprechpartner: Sylvia Rominsky (Projektassistenz) und Dr. Markus Borzymski (Geschäftsführung).

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat während des Dialogprozesses immer wieder an die Verantwortung aller Getauften erinnert. Eine Haltung, die davon überzeugt ist, dass jeder Einzelne seinen Teil zum Leben der Kirche und damit für alle Menschen beisteuern kann, ist nach seiner Ansicht eine Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Kirche.

Die Umsetzung des Zukunftsbildes wird eine dauerhafte Aufgabe bleiben. Bis zum Jahresende 2015 sollen aber erste Schritte gegangen sein.  Nach einer ersten Phase der Auseinandersetzung mit dem Zukunftsbild und einer geistlichen Vertiefung sind alle Getauften eingeladen, das Zukunftsbild in ihrem Umfeld anzuwenden und zu leben.  Positive und negative Erfahrungen sollen daraufhin gesammelt werden, um von ihnen zu lernen.  

Die Umsetzung des Zukunftsbildes versteht sich als ein geistlicher Prozess, der sich in den konkreten Lebenszusammenhängen und Biografien der Menschen vollzieht und immer wieder ein neues Lernen fordert.

In einem ersten Schritt sollen bis zum Sommer 2015 erste Erfahrungen mit dem Zukunftsbild gesammelt und auf Bistumsebene zusammengeführt werden. Was genau am Ende stehen wird, ist offen.

Das Zukunftsbild besteht aus 7 Leitworten und dazugehörenden kurzen erläuternden Sätzen.  Einen Bezug zur Botschaft Jesu stellen Bibelworte her, die durch theologische Aussagen der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils ergänzt werden. Die letzte Spalte des Zukunftsbildes sind Beispiele für mögliche Umsetzungen des Zukunftsbildes, die bereits im Dialogprozess thematisiert wurden.