Du feierst das Leben!

„Was soll ich dir tun?“ (Mk 10,51)

Ein Großteil unserer Kirchenmitglieder interessiert sich kaum für die klassischen Angebote in unseren Gemeinden. Doch gerade an wichtigen Übergängen im Leben, bei Neuanfängen und Abschieden (Geburt, Taufe, Hochzeit, Trauer etc.) suchen viele Christinnen und Christen den Kontakt zu „ihrer“ Kirche. Mit ihren Erwartungen an eine individuelle und ansprechende Feier finden sie oft keine passenden Ansprechpartner und stoßen vielfach an strukturelle Grenzen.

Im Bistum Essen freuen wir uns gerade über die Menschen, die aus einem  besonderen Anlass und zu Wendepunkten in ihrem Leben zu uns kommen, sich oft aber mit unseren Ritualen und Strukturen schwer tun.

· Welche Lebenswenden oder andere Anlässe sind den Menschen wichtig und welche konkreten Erwartungen sind dabei an die Kirche gerichtet?

· Wie werden wir trotz vieler personeller und räumlicher Beschränkungen zu besseren „Dienstleistern“ bei den verschiedenen Lebenswenden?

· Wie können Feiern zu Lebenswenden in einer Art und Weise gestaltet werden, die die Lebenssituation, die ästhetischen Vorstellungen und die Nähe oder Ferne der Kirchen-Zugehörigkeit der Mitfeiernden ernst nehmen – und zugleich eine Verbindung zur christlichen Sinndeutung ermöglichen?

· Wie können unsere Angebote zu den Lebenswenden zur Wiederentdeckung und Vertiefung des Glaubens beitragen?

· Welche liturgischen Formen und weiteren pastoralen Angebote müssen neu entwickelt werden?

· Welche organisatorischen Hindernisse (Formulare, Genehmigungen, Zuständigkeiten etc.) können für die Suchenden vereinfacht oder ausgeräumt werden?


C 01. 
Im Bistum werden weitere Orte entwickelt an denen Taufe, Glaubensvermittlung (Katechumenat), Wiedereintritt in die Kirche und ähnliche Themen eine besondere Rolle spielen.

C 02. Die Kirche feiert mit jungen Familien die Freude über die Geburt eines Kindes und lädt sie zu besonderen Segnungsgottesdiensten mit Neugeborenen ein.


C 03. 
Ergänzend zur Seelsorge in den Gemeinden werden weitere Zentren entwickelt, an denen die Themen Tod, Trauer, Abschied und die damit verbundene Begleitung besonders im Fokus stehen.


C 04. 
Eine besondere Internetseite zu den Themen Taufe, Trauung und Beerdigung im Bistum Essen bietet künftig inhaltliche und praktische Hilfen an und informiert über Kontaktmöglichkeiten.


C 05. 
Es wird ein pfarreiübergreifendes Team für Trauungen eingesetzt.


C 06. 
Die Vielfalt der Gottesdienstformen wird sichtbar und erfahrbar, zum Beispiel mit einer speziellen Handreichung oder über liturgische Projekte.


C 07. 
Eine Arbeitsgruppe entwickelt Ideen und konkrete Konzepte, um die Bedeutung des Amtes der Taufpaten zu stärken – und berücksichtigt dabei auch, dass manche Familien gar keine Paten benennen können.


C 08. 
Ein Forschungsprojekt sucht nach liturgischen Ausdrucksformen, Zeichen und Symbolen, die für Menschen verständlich sind, denen eine überkommene kirchliche Sozialisation und damit die klassische Kirchensprache fremd ist.


C 09. 
Neue Kirchenräume und liturgische Raumkonzepte werden entwickelt und ausprobiert, die der Ästhetik, dem Raumempfinden und den spirituellen Bedürfnissen der jüngeren und kommenden Generationen entsprechen.


C 10.
Im Bistum werden Rituale, Symbole, liturgische Feiern entwickelt, die sich mit den Fragen von Schuld, Vergebung und Versöhnung befassen.