Du glaubst nicht allein!

„Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft.“ (Apg 2,44) 

Viele überkommene Formen, um gemeinsam Kirche zu sein, funktionieren nicht mehr: Immer weniger Menschen besuchen unsere Gottesdienste, der Kontakt zur Gemeindekirche in der Nachbarschaft wird lockerer und immer weniger Menschen binden sich langfristig an unsere Gruppen und Verbände. Gleichzeitig entstehen anderenorts zaghaft neue Formen christlicher Treffpunkte. Das ist eine Herausforderung für uns, denn ohne Gemeinschaft gibt es keine Kirche.

Im Bistum Essen entwickeln wir mit und neben unseren Pfarreien neue Gemeinschaftsformen. Wir unterstützen bestehende Treffpunkte in unseren Gemeinden und helfen, sie auch in Zukunft als attraktive Orte unserer Kirche zu gestalten.

• Welche Formen der Vergemeinschaftung und Gemeindebildung sollen unterstützt oder neu ausprobiert werden?

• Wie kann das Bistum die Gründung neuer Gemeinschaftsformen anregen und fördern?

• Wie können Gemeinschaftsformen auch in Eigenverantwortung von Ehrenamtlichen organisiert werden?

• Welche Möglichkeiten bieten wir, damit Menschen ihre Sehnsüchte und Ideen in die Kirche wirksam einbringen können?

• Wie gelingt es, unsere Pfarreien und Gemeinden nicht als konkurrierende Organisationen, sondern als Netzwerke zu gestalten, die in Verbundenheit und Solidarität gemeinsam Kirche sind?

• Welche ökumenischen Partnerschaften können wir stärken oder neu vorantreiben?


D 01. An zehn Orten werden unterschiedliche Modelle einer ehrenamtlichen Leitung von kirchlichen Gemeinschaftsformen ausprobiert und ausgewertet.

D 02. Es wird verstärkt daran gearbeitet,  neue Nutzungsmöglichkeiten für Kirchen zu entwickeln, die auch über die Feier von Gottesdiensten hinausgehen. Im Blick auf Kirchenstandorte, die aufgegeben werden müssen, wird eine professionelle Umwidmung, Umnutzung oder Vermarktung angestrebt.


D 03. Das Bistum verpflichtet für einen bestimmten Zeitraum innovative Musiker („Pop-Kantoren“), die von Gruppen und Gemeinden angefragt werden können.


D 04. Innovative Wohnprojekte im Sinne des „ora et labora“-Gedankens stellen die Verbindung von Glauben und Leben her.


D 05. Ein „Gründerbüro“ initiiert und unterstützt Impulse zur Gründung von neuen Gemeinschaftsformen. Ehrenamtliche und Hauptberufliche sollen ihre Visionen im Experiment als Gründer/-in leben.


D 06. Ein neuer Ökumene-Preis soll Anreize für eine Intensivierung des ökumenischen Miteinanders schaffen.


D 07. Mit einer neuen Willkommenskultur sollen unsere Kirchengemeinden nicht als geschlossene Kreise erlebt werden, sondern gerade auf unbekannte Menschen (z.B. im Kindergarten oder bei der Erstkommunionvorbereitung) bewusst zu gehen.


D 08. Erfahrungen aus der Weltkirche, die das Wort Gottes in die Mitte der Gemeinschaft stellen, werden offensiv geprüft und in unseren Kontext übertragen.


D 09. Eine Gemeinde verzichtet ein Jahr lang auf all das, was nicht unbedingt notwendig ist (z.B.
bestimmte Aktionen oder Gremiensitzungen), um Raum für Neues zu schaffen und um – im übertragenen Sinn – dem Geist eine Chance zu geben.


D 10. Talentschulungen in unserem Bistum sollen helfen, dass einzelne Christinnen und Christen herausfinden, welche Talente, Interessen und Begabungen noch in ihnen stecken und im ehrenamtlichen Engagement zur Entfaltung kommen können.