Kirchenumnutzung zum Multifunktionshaus

Kirche:                              
Hl. Kreuz, Gelsenkirchen

Fragestellung
Der Kirchenvorstand der Kath. Propstei- und Kirchengemeinde St. Augustinus hat die gesamte Liegenschaft Hl. Kreuz zugunsten der Errichtung eines Multifunktionshauses in der ehem. Gemeindekirche am Standort Bochumer Straße an die Stadt Gelsenkirchen veräußert. 

Allgemeine Daten             

Ort                                   
45886 Gelsenkirchen-Ückendorf, Bochumer Straße 111

Pfarrei / Gemeinde         
St. Augustinus / St. Josef

Ansprechpartner:            
Peter Schmidt-Kuhl (Verwaltungsleiter Propstei St. Augustinus), Janine Feldmann (Leitung und Koordinierungsstelle Stadterneuerung Gelsenkirchen) 

Rechtliche Besonderheiten (Historisch bedingt, z.B. Kirchliche Zweckbindung)
 

Baujahr / Bauphase        
1927-29 Kirchbau, 1929 konsekriert

Architekt Bestand (Name / Stadt)

Architekt Josef Franke Gelsenkirchen 

Architekt Umnutzung (Name / Stadt)               
Aachener Architekturbüro pbs-Architekten soll den Umbau vornehmen

Gebäudetypus / Baustil (Romanisch / Gotik / Neugotik / Nachkriegsbau / 60er Jahre / ...) 
Monumentale Kirche aus der Zeit des Backstein-Expressionismus im Ruhrgebiet

Denkmalschutz ja/nein (Besonderheit in Stichpunkt; Bautechnisch; Materialtechnisch; Künstlerisch)   
Ja; das Gebäude steht unter Denkmalschutz und gilt als das bedeutendste Backsteinbauwerk des Architekten Franke. Die Parabel gilt als Grundform für den Kirchenbau.  

Ortslage / Baulicher Kontext (soziales Umfeld; Quartierbevölkerung; ...)       
Mit der Öffnung der großen Zeche entstand eine Arbeitervorstadt, geprägt von großbürgerlicher Blockrandbebauung aus der Gründerzeit und kleinen Arbeitersiedlungen. Heute im Stadtteildtteil rd. 19.000 Einwohner; der Ausländeranteil liegt mit ca. 20 % deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt (13 %).

Umnutzungsideen (vorab; was für Ideen gab es; welche wurden genauer geprüft;  welche kamen in die engere Auswahl)      
Seit 2007 ist die Kirche „außer Dienst“ gestellt. Von März 2008 bis Mitte 2010 fand in der Kirche  die Kunstausstellung „Götter, Geister und Dämonen“ statt. Danach viele Anfragen zur temporären Nutzung der Kirche. Inzwischen wurde für das Quartier und die Bochumer Straße als solche ein Stadterneuerungsprogramm gestartet. Ziel des Stadterneuerungsprogramms ist, die Strukturprobleme zu minimieren, das Sozialgefüge aus der Schieflage zu bringen, das Stadtbild aufzuwerten und somit auch die Lebensqualität der Bewohnerschaft rund um die Bochumer Straße zu verbessern. Dazu gehört die geplante Umnutzung der Hl. Kreuz Kirche zu einem Kultur- und Veranstaltungszentrum (Multifunktionshaus) und zukünftiger Quartiersmittelpunkt der Bochumer Straße. 

Prozessbeteiligte (Reihenfolge beachten;  Zustoßen zum Prozess)      
Seit 2011 Gespräche Kirchenvorstand der Propsteipfarrei, Referat Stadtplanung der Stadt Gelsenkirchen, Stadterneuerungsgesellschaft (SEG), Dez. 1.3 Kirchengemeinden (Bistum Essen) wie man das stadtbildprägende Kirchengebäude als Landmarke revitalisieren und für den Stadtteil erhalten kann. 

Kirchliche Umnutzung (tatsächlich) (Hinweis: verkauft/vermietet)      
verkauft?
Es ist geplant, das Kirchengebäude zu einem „Multifunktionshaus“ umzubauen, in dem künftig Kulturveranstaltungen und Konzerte für bis zu 700 Zuschauer stattfinden sollen. Auch niedrigschwellige Veranstaltungen sollen künftig stattfinden, an denen möglichst ein breiter Teil der Zielgruppe vor Ort teilnehmen kann. Das Mietshaus (rechter Flügelbau, ebenfalls Denkmalschutz) soll zu gastronomischen Zwecken umgebaut werden. Vorab muss die Immobilie von der Propsteigemeinde entmietet werden, da die   Erwerberin keine Mietverhältnisse übernehmen wird. 

Kosten / Investitionen   
Mit erheblicher finanzieller Unterstützung von Land, Bund und EU soll die Folgenutzung umgesetzt werden. Die Stadt Gelsenkirchen rechnet mit 11,9 Millionen Euro Gesamtumbaukosten. 

Fazit / Erfahrungen im Prozess     
Seit Anbeginn sind alle Prozessbeteiligten intensiv an der Realisierung des Projektes dran. Trotz des großen Engagements aller Beteiligten am Projekt, dauert der Beratungsprozess inzwischen fast 10 Jahre an. Dieser Entwicklungszeitraum verdeutlicht umso mehr die Komplexität der geplanten Umnutzung.

Fazit / Erfahrung der Nutzung      
Kann noch nicht beschrieben werden

Bilder (außen und innen) gute Auflösung / Bildrechte bzw. Quelle     
Quelle: Martin Möller