Kirchenumnutzung zur Veranstaltungs- und Begegnungsstätte

Kirche:
St. Anna, Gelsenkirchen-Schalke-Nord

Fragestellung
                                           

Allgemeine Daten
                               

Ort
45881 Gelsenkirchen Schalke-Nord, Kapellenstraße 6

Pfarrei / Gemeinde
St. Joseph

Ansprechpartner:
Christiane Mühlenbrock (Verwaltung Sozialwerk St. Georg Werkstätten gGmbH), Pfarrer Hans-Thomas Patek, Wolfgang Beverungen vom Kirchenvorstand St. Joseph

Rechtliche Besonderheiten (Historisch bedingt, z.B. Kirchliche Zweckbindung)
Nutzungseinschränkungen/Baulasteintragungen, wie Stellplätze, Geh- und Fahrrechte, Hochspannungsleitungsrecht sowie Entwässerungsleitungsrechte

Baujahr / Bauphase
1903 Kirchbau, 1908 konsekriert, 1943 von Bomben zerstört und 1945 wiederaufgebaut, konsekriert 1971

Architekt Bestand (Name / Stadt)
Architekt u. Dombaumeister Bernhard Hertel (Bau 1903)
Architekt Dr. Paul Günther (Bau 1945)

Architekt Umnutzung (Name / Stadt)
Es wurden keine kostenrelevanten Umbaumaßnahmen am Kirchengebäude vorgenommen

Gebäudetypus / Baustil (Romanisch / Gotik / Neugotik / Nachkriegsbau / 60er Jahre / ...)
Nachkriegsbau 

Denkmalschutz ja/nein (Besonderheit in Stichpunkt; Bautechnisch; Materialtechnisch; Künstlerisch)
Nein; das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz

Ortslage / Baulicher Kontext (soziales Umfeld; Quartierbevölkerung; ...)
Der Stadtteil Schalke-Nord verdankt seine Entstehungsgeschichte dem Bergbau und der Stahlindustrie. Die Bevölkerung weist die typischen sozialstrukturellen Merkmale eines altindustriellen Stadtteils auf. 

Umnutzungsideen (vorab; was für Ideen gab es; welche wurden genauer geprüft;  welche kamen in die engere Auswahl)
Nach Schließung der Kirche in 2007 wurde mit dem sozialwerk St. Georgin 2009 für die Arbeit mit behinderten  Menschen zwei Mietverträge abgeschlossen. Einen Ankauf der gesamten Liegenschaften schloss das Sozialwerk zu dem Zeitpunkt aus. Der Verein investierte zunächst über 350.000 € in die Sanierung des ehem. Gemeindehauses.  Nach Jahren wurde die Kirche mit weiteren pastoralen Gebäuden an den Sozialwerk St. Georg e.V. veräußert. Der Sozialwerk St. Georg e.V. nutzt die geweihte Kirche für Gottesdienste und als Begegnungsstätte für den Stadtteil.

Prozessbeteiligte (Reihenfolge beachten;  Zustoßen zum Prozess)
Sozialwerk St. Georg e.V., Kirchenvorstand St. Joseph, Bistum Essen (Dez. 1.3 Kirchengemeinde) 

Kirchliche Umnutzung (tatsächlich) (Hinweis: verkauft/vermietet)
Im ehem. Gemeindehaus befinden sich heute die Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit geistiger Behinderung, ein Café und die Mitarbeiter des Familienunterstützenden Dienstes und des Ambulant Betreuten Wohnens haben hier ihre Büros.
Im früheren Kindergarten wurde eine Tagesstätte mit 30 Plätzen für Behinderte eingerichtet. Mit dem Erwerb des Kirchengebäudes durch das Sozialwerk sind weitere Nutzungen am Standort dazugekommen. Es finden in der Kirche Konzerte, Kunst, Basare aber auch Gottesdienste statt.

Kosten / Investitionen
Gesamtkosten sind nicht bekannt

Fazit / Erfahrungen im Prozess
Ein Vorteil für die Pfarrei war, dass man mit einem kirchennahen, „sozial tätigen Partner“ verhandeln konnte. Der Verein und seine Geschäftsführung haben viel Verständnis aufgebracht und Rücksicht auf die Begleitumstände in der Pfarrei genommen.

Fazit / Erfahrung der Nutzung
Die Einbindung in den Stadtteil ist mit den vorgehaltenen Angeboten gegeben. Das Café wird auch von Gemeindegruppen und direkten Nachbarn mitgenutzt. Mit der Weiter- bzw. Umnutzung der Kirche konnte christlicher und sozialer Zweck erhalten werden.