Professionell

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Die gesellschaftliche Situation auf der Welt ist im Wandel und macht selbstverständlich auch vor der Kirche nicht halt. Grundlegend lässt sich feststellen, dass „die Welt“ komplex ist. Alles ist miteinander verbunden, nicht leicht zu durchschauen, viel- und mehrdeutig und unterliegt einem schnellen Wandel. Unsicherheit ist oft die Folge, manchmal auch Ratlosigkeit. Die pastoralen Zugänge, die sich über viele Jahre bewährt haben, stoßen in dieser Situation oftmals an ihre Grenzen. Gleichzeitig gehen auch die personellen und finanziellen Ressourcen immer mehr zurück.

Wir sind davon überzeugt, dass Kirche sich auf diese veränderte Lebenswirklichkeit einstellen muss, um besser auf die Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren zu können. Dazu möchten wir moderne und agile Haltungen und Überlegungen für die aktuelle kirchliche Situation professionell nutzbar machen. Gemeinsam mit dir möchten wir einen Beitrag dazu leisten, Kirche nachhaltig zu verändern und zukunftsfähig zu gestalten.


Innovation – was bedeutet das?

Das Wort Innovation in aller Munde. Gerade daher braucht es eine klare Definition dieses Begriffes.

Das Wort „Innovation“ wird vom lateinischen Verb innovare abgeleitet und heißt damit wörtlich „Neuerung“ und „Erneuerung“.

Innovation bedeutet also nicht nur „neu“ oder „neue Idee“. Die Übersetzung „Erneuerung“ lässt schon ahnen, dass mit Innovation mehr gemeint ist. Innovation ist ein Prozess und auch eine Haltung. Zuerst gilt es, den Bedarf für eine (Er-)Neuerung zu sehen, dann wird eine mögliche Lösung entdeckt oder gefunden. Daraufhin kann die Lösung ausprobiert und eventuell noch einmal überarbeitet und verbessert werden. Wenn die (Er-)Neuerung für gut empfunden wird, wird sie weiterhin genutzt und angewendet, bis sie zu etwas Alltäglichem wird und nichts mehr „Neues“ ist.

Da zur Kirche das Bewahren und die Weitergabe der Frohen Botschaft gehört, wird es im pastoralen Bereich meist um Innovationen gehen, die Lösungen für pastorale Probleme und Herausforderungen suchen. Die Botschaft, also der Inhalt ist nicht neu, aber drumherum kann und muss sich vieles ändern.

Innovationsarten


inkrementelle Innovation…

… meint, dass etwas schon Bestehendes schrittweise verbessert oder angepasst wird.

Pastorales Beispiel: In einer Pfarrei wird ein neues Firmkonzept entwickelt.

radikale Innovation…

… bedeutet, dass sich etwas zum Beispiel in seinen Eigenschaften, Formen, Prozessen und Angeboten revolutioniert. Etwas Bekanntes wird insoweit verändert, dass Inhalt und Ziel gleich bleibt, sich ansonsten jedoch komplett verändert.

Pastorales Beispiel: Der Beerdigungsdienst, der nicht mehr nur von Diakonen und Priestern, sondern nun auch von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Frauen und Männern übernommen wird.

disruptive Innovation…

… ist eine komplette Veränderung, also eine absolute Neuerung. Diese wirken sich auf das eigene Verhalten oder Lebensbereiche aus.

Pastorale Beispiele:
Die Gründung der ersten christlichen Gemeinden.

Neuheitsgrad

Innovation - was brauche ich?


Innovationshaltungen

Innovation braucht ein verändertes Denken und Handeln, das

  • flexibel ist
  • an den Bedürfnissen und Problemen der Nutzenden ausgerichtet ist
  • Fehler zulässt
  • erstmal ausprobiert und testet
  • versucht mit den vorhandenen Mitteln und Möglichkeiten zu arbeiten
  • unterschiedliche Menschen und ihre Professionen in den Entwicklungsprozess einbindet

Nutzendenorientierung

Über unzählige Jahre schien Kirche zu wissen, was die Menschen, also ihre Nutzenden brauchen. Die Kirchenaustrittszahlen führen aber deutlich vor Augen, dass die Antworten heute viele Menschen nicht mehr berühren.

Eine Nutzendenorientierung stellt den Menschen mit ihren Aufgaben, Zielen, Eigenschaften und Fragen in den Mittelpunkt.

Was bedeutet dies für einen kirchlichen/pastoralen Innovationsprozess?

Diese Fragen sind hilfreich:

  • Wer ist meine wesentliche Zielgruppe? Welche Menschen nutzen mein Angebot?
  • Gibt es unterschiedliche Nutzendengruppen?
  • Welches Nutzenversprechen kann ich den Menschen machen? Warum lohnt sich mein Angebot?
  • Was unterscheidet es von anderen? Und was mache ich besser als andere?

Fehlerfreundlichkeit

Scheiter früh und oft . . .
. . . oder: Aus Fehlern wird man klug.
Aber, wer macht schon gerne Fehler? Und kann es wirklich sinnvoll sein, Fehler zu machen?

Fehlerfreundlichkeit meint:
einfach mal ausprobieren,
mutig sein,
kreativ sein
überzeugt sein
und aus den gemachten Erfahrungen lernen.
Kein „Ja aber…“, sondern ein, „warum nicht…“ Denn ohne den Mut zum Ausprobieren erstickt jede Innovation im Keim.

Und hier ist eine dieser „Fehler“-Geschichten, die zum Erfolg wurde….

Prototypen

Um eine (Er-)Neuerung auszutesten ist es hilfreich, diese mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. Mit einfachen Mitteln und ohne großen Aufwand wird etwas buchstäblich begreifbar gemacht und das Ziel visualisiert. Dabei fallen meist die groben Ecken und Kanten auf, die abgeschliffen werden müssen. Dies hilft dabei die bestmögliche Lösung zu finden.

Zum diesem Thema kam uns eine passende Geschichte aus der Bibel in den Sinn: Gott erschuf die Welt und verbesserte sie jeden Tag ein bisschen mehr. Nachdem er Adam geschaffen hatte, dachte er, dass er fertig sei. Jedoch war dem nicht so. Denn Adam war nur ein Prototyp und die Schöpfung gipfelte in der Erschaffung der Eva. Nur so ist die Schöpfung vollständig.

Effectuation

… zeichnet aus, dass mit den vorhandenen und zumeist sehr knappen Mitteln, eine Idee umgesetzt werden kann, ohne im Vorhinein zu wissen, was mal aus dem eigenen Vorhaben wird.

Bei der Umsetzung helfen folgende Fragen:

Was kann ich besonders gut? Und was sind meine Ressourcen und Fähigkeiten?

Was kann ich genau JETZT in diesem Moment machen?

Wen kenne ich und was sind deren Fähigkeiten und Ressourcen?

Wen kann ich ansprechen, damit sie mich in meinem Vorhaben unterstützen können?

Durch diese Fragen wird deutlich, dass alleine ein Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt werden kann Wir brauchen Menschen, die uns mit ihrem Knowhow unterstützen und ergänzen. Durch dieses Teamwork kann es natürlich vorkommen, dass sich die eigene Idee wandelt und verändert, denn für eine gute Zusammenarbeit immer Kompromisse eingegangen und flexibel auf die Wünsche und Anregungen der anderen Partner reagiert werden.

Marlies Hennen-Nöhre

Leiterin des Zukunftsbild-Projekts Gründerbüro

Mira Wählisch

Leiterin des Zukunftsbild-Projekts Gründerbüro

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